Vorzieheffekte auch bei DIY
Das gute Konsumklima im Dezember sorgte auch im Handel mit Heimwerkerbedarf für eine erfreuliche Entwicklung. Zusätzlich hat die anstehende Mehrwertsteuererhöhung mehr Menschen in die Baumärkte geführt: Umsatzsteigerungen von über 20 Prozent in den Warengruppen Baustoffe/ Bauchemie, Fliesen und Gartenhartware im Monat Dezember lassen vermuten, dass sich viele Heimwerker vor der Jahreswende noch zum „alten“ Preis mit Materialien für Renovierungs- oder Umbauprojekte eindeckten oder den neuen Rasenmäher kurzerhand schon im Winter kauften, um Geld zu sparen.
DIY-Panel: Neue Schwerpunkte
Das im Auftrag des BHB geführte DIY-Panel gibt einen Einblick in die Umsatzentwicklung der einzelnen Warengruppen eines Baumarktes.
Auf Basis der flächenunbereinigten Umsätze ergibt sich bei der Bewertung der Warengruppen insgesamt ein recht homogenes Bild. In den meisten Sortimenten konnten die Ergebnisse des Vorjahres übertroffen werden. Ausreißer gab es wenige. Die Warengruppe Freizeit, Basteln, Werken inklusive Spielzeug und Camping setzte sich allerdings deutlich vom Mittelfeld ab. Mit einer positiven Veränderungsrate von 18 Prozent im Vorjahresvergleich nahm dieser Sortimentsbereich unangefochten die Spitzenposition ein, wenn auch sein Anteil am Gesamtumsatz eher gering ausfällt. Ebenfalls erfreuliche Wachstumsraten weisen die traditionell umsatzstarke Baustoffsparte mit + 5,7 Prozent, das Sortiment Gartenmöbel und -dekoration mit + 4,5 Prozent sowie Elektrogeräte bzw. Elektroinstallation mit einem Umsatzplus von 3,1 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf. Erfreulich sind die Zugewinne vor allem deshalb, da diese drei Warengruppen zugleich einen hohen Anteil am Gesamtumsatz halten. Gleiches gilt für den Sanitärbereich. Im Jahr 2006 sorgte hier vor allem die große Nachfrage nach Klimageräten im Sommer und nach Kaminöfen im Winter für einen starken Abverkauf und somit für ein solides Umsatzwachstum von 2,8 Prozent.
Starke Konkurrenz
In anderen Bereichen mussten sich die Baumärkte mit etwas weniger zufrieden geben. Verlustreich erwies sich im Jahr 2006 der Handel mit Holz- und Kunststoffen (- 4,5 Prozent), aber auch Tapeten, Bodenbeläge und Innendekoration (- 2,6 Prozent) blieben häufiger liegen. Ebenso in den klassischen Abteilungen Anstrichmittel und Zubehör (- 1,1 Prozent) sowie Fliesen (- 0,8 Prozent) lagen die Umsätze niedriger als im Vorjahr. Die Ursache für diesen Rückgang ist weniger in einem nachlassenden Interesse an den Tätigkeiten Streichen oder Fliesen legen zu finden als im preisaggressiven Konkurrenzangebot verschiedener Lebensmitteldiscounter.
*Anmerkung: Die Angaben zur Verkaufsfläche geben die gewichtete Verkaufsfläche gemäß BHB-Definition wieder.