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Wo bleiben die Baumarktkunden?

Das Geschäftsjahr 2007 war für den deutschen DIY-Handel ein schwieriges Jahr. Mehrwertsteuererhöhung, Ölpreisschock und teure Lebensmittelpreise nahmen vielen Verbrauchern die Freude am Heimwerken. Das Geld wurde für andere Ausgaben benötigt oder wanderte aufs Sparkonto.

Foto: toom BauMarkt
Am Ende erzielten die Bau- und Heimwerkermärkte nach Be-rechnungen des DIY-Panels, das von der GfK im Auftrag des BHB erhoben wird, einen Bruttogesamtumsatz in Höhe von 17,64 Milliarden Euro. Damit verfehlten die Märkte mit mehr als 1.000 qm beheizbarer Verkaufsfläche das Vorjahresergebnis um 1,4 Prozent.

Inzwischen ist die Branche allerdings wieder optimistischer. Im Jahr 2008 könnte ein unbereinigtes Umsatzwachstum von zwei Prozent möglich sein.

Gut gestartet

Zu Beginn des Jahres 2007 sah es noch so aus, als ob die Baumärkte verschont blieben von der allgemeinen Kaufzurückhaltung. Die Mehrwertsteuererhöhung schien die Kunden nicht oder nicht im befürchteten Ausmaß davon abzuhalten, in Haus, Wohnung und Garten zu investieren. Eine Umsatzdelle blieb zunächst aus und der gute Jahreseinstieg nährte damit die optimistische Einschätzung der Branche für das weitere Geschäftsjahr. Nach sehr guten Ergebnissen im März und April fiel die Umsatzkurve jedoch kontinuierlich und bisweilen deutlich ab.

Auf unbereinigter Fläche ergab sich dadurch zum Ende des Jahres ein Umsatzrückgang von 1,4 Prozent, nachdem im Oktober noch in etwa das Vorjahresniveau erreicht werden konnte. Bereinigt um die Umsatzveränderungen der neu eröffneten bzw. geschlossenen Märkte gingen die Bruttoerlöse im gleichen Zeitraum um 3,4 Prozent zurück.

Foto: Hornbach
Frühjahrshoch rettet Gartensortiment

Selbst der erfolgsverwöhnte grüne Sektor konnte sich dem allgemeinen Trend nicht entziehen und büßte an Umsatz ein. Dennoch zählten die Gartenabteilungen der Baumärkte zu den Gewinnern des Jahres 2007. Ein optimaler Jahreseinstieg verschaffte den grünen Sortimenten einen Umsatzsprung im zweistelligen Bereich. Dieser Umsatzüberhang schmolz mit Beginn des kalendarischen Sommers allerdings dahin. Dennoch lag die Warengruppe Gartenmöbel/-dekoration nach zwölf Monaten immer noch mit 6,1 Prozent und das Segment Gartenhartware mit 4,2 Prozent im Plus. Im Heimwerkersortiment konnten die Baumärkte noch mit Elektroartikeln wie Lampen und Leuchten wachsen (+ 1,9 Prozent). Doch selbst die Warengruppe Baustoffe/Bauchemie hat in den letzten Monaten des Jahres so stark verloren, dass sich trotz guter Steigerungsraten im ersten Halbjahr 2007 die Baumärkte am Ende in dieser Warengruppe mit einem Umsatzvolumen auf Vorjahresniveau begnügen mussten.

Viele Sortimente sind rückläufig

Alle anderen Warengruppen aus dem Kernsortiment fielen dagegen hinter das Vorjahresergebnis zurück. Selbst klassische Baumarktprodukte wie Eisenwaren oder Werkzeuge und Maschinen rutschten nach einem umsatzschwachen Dezember noch ins Minus. Der letzte Monat des Jahres musste sich allerdings gegen ein besonders gutes Vorjahresergebnis behaupten, denn kurz vor Inkrafttreten der Mehrwertsteuererhöhung standen bei den Konsumenten in Deutschland die Zeichen auf „Kaufen“.

In den Sanitärabteilungen setzten die Baumärkte 6,6 Prozent weniger um, im Sortiment Fliesen fehlten rund 7,2 Prozent auf den Umsatz des Vorjahres. Auch Tapeten, Bodenbeläge und Innendeko sowie Anstrichmittel inklusive Zubehör erreichten mit minus 4,0 Prozent bzw. minus 5,3 Prozent nicht das Vorjahresniveau. Am deutlichsten verfehlte die Warengruppe Freizeit, Basteln, Werken (-17,7 Prozent) die Vorgabe aus dem Jahr 2006. Allerdings trägt diese Warengruppe nur rund ein Prozent zum Gesamtumsatz der Bau- und Heimwerkermärkte bei. Ein Lichtblick bleibt das Erweiterungssortiment, für das im DIY-Panel ein Plus von 2,3 Prozent ausgewiesen ist.

Leere Märkte, leere Kassen

Einer der Hauptgründe für den Umsatzrückgang in der Branche liegt in der ausbleibenden Kundschaft. Da den Verbrauchern real weniger Geld zur Verfügung steht, werden größere Investitionen oder Verschönerungsmaßnahmen in Haus und Wohnung aufgeschoben. Vorrang haben die Altersvorsorge und das Sparbuch. Denn während es in anderen europäischen Ländern fast schon an der Tagesordnung ist, den Konsum mit geliehenem Geld zu finanzieren, sparen die Deutschen lieber für ihr Anschaffungsziel. Bis dahin bleiben sie als Kunden fern. Das spürt nun auch die DIY-Branche: Auch wenn die Umsätze pro Kunde in etwa gleich geblieben sind, fehlen Abnehmer für die Waren im DIY- und Gartenmarkt.
Da Wirtschaftsexperten für das Jahr 2008 eine Erhöhung der Konsumausgaben prognostizieren, hoffen die Baumärkte, von der wieder steigenden Ausgabenbereitschaft der Verbraucher profitieren zu können.


» Pressemitteilugen
 [19.05.2010]
Alles im grünen Bereich
Mit einem Gesamtbruttoumsatz von 3,76 Milliarden Euro in den ersten drei Monaten 2010 konnten die Bau- und Heimwerkermärkte ihr Umsatzvolumen im Vergleich zum Vorjahr um 2,3 Prozent steigern.


 [08.04.2010]
Heimwerker auf dem Vormarsch
Das Angebot der österreichischen Baumärkte hat sich als krisenfestes Sortiment erwiesen.


 [02.03.2010]
Umsatzerfolg trotz Wirtschaftskrise
Die Baumärkte profitieren von einer Zeit für Verschönerungen.


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