Mehr als vier Milliarden Euro gaben die Kunden in den Bau- und Heimwerkermärkten aus, um Garten und Balkon neu zu gestalten. Das sind 1,6 Prozent mehr als im Vorjahr.
Auch wenn sich das Wachstum in den Gartenfachabteilungen nach zuletzt +4,3 Prozent in 2009 etwas verlangsamt hat, profitiert der Baumarkthandel weiterhin von der Gartenlust der Deutschen. Gleichwohl verkaufen sich nicht alle grünen Sortimente so gut wie im Vorjahr. Der Umsatzanteil der Warengruppen Lebendes Grün, Gartenmöbel sowie Gartenhartware lag 2010 bei rund 22 Prozent.
Einen hohen Anteil am Gesamtumsatz der Branche hält ebenso die Warengruppe Baustoffe/Bauchemie. Im Jahr 2010 wurden gut zwölf Prozent des Gesamtumsatzvolumens von 18,43 Milliarden Euro in den Baustoffabteilungen erzielt. Während der langen Winterphase zu Jahresbeginn 2010 war die Nachfrage erwartungsgemäß gering. Diesmal verzeichneten die Baumärkte allerdings nicht nur in den Sommermonaten, sondern bis weit in den Herbst hinein für die Baustoff- und Bauchemiesortimente gute Wachstumsraten, die teilweise im zweistelligen Bereich lagen. So verbesserte sich der Umsatz dieser Warengruppe gegenüber dem Vorjahr insgesamt um 5,1 Prozent absolut.
Das beliebteste Elektrowerkzeug bleibt auch 2010 der Akku-Schrauber. Für Werkzeuge generell, also inklusive Handwerkzeuge und Maschinen, gaben die Deutschen im vergangenen Jahr deutlich mehr Geld aus, unter anderem auch deshalb, da das Thema Qualität wieder zunehmend an Bedeutung gewinnt. Mit einem Plus von 6,5 Prozent liegt die Warengruppe Werkzeuge/Maschinen deutlich im positiven Bereich.
Verschönerungs- aber auch Verbesserungsbedarf sehen viele Haus- und Wohnungsbesitzer in ihren Badezimmern und bei den Heizsystemen. Ein neues Bad bedeutet zunächst einmal viel Arbeit und jede Menge Dreck. Der Aufwand lohnt aber, und so werden den Badezimmern längst fällige Frischekuren verordnet. Dieser Renovierungswille hebt den Umsatz in den Baumärkten. Quer über das Sortiment für Badausstattung, Sanitärelemente, Installationssysteme und den Bereich Heizung beträgt die Zunahme fünf Prozent.
Um ganze 10,1 Prozent legte die Warengruppe Freizeit, Basteln, Werken zu. Die Umsatzbedeutung dieses Segments ist allerdings vergleichsweise gering, da es nur gut ein Prozent zum Gesamtumsatz beisteuert. Absolute Umsatzspitzen zeigten sich im Juni und Juli. In dieser Zeit schwitzte Deutschland unter einem stabilen Hochdruckgebiet und Swimmingpools und Planschbecken waren daher heiß begehrt.
Entwicklung der Warengruppen
Folgende Grafik zeigt für die einzelnen Warengruppen die Veränderungsraten beim Bruttoumsatz auf unbereinigter Fläche in Prozent zum Vorjahreszeitraum (Januar - Dezember):