Auf umsatzstarke Monate für den Do-it-yourself-Handel folgten im bisherigen Jahresverlauf immer wieder schwächere Monate, die das Vorjahresniveau nicht erreichen konnten. „Uns wurde wieder einmal vor Augen geführt, wie stark doch der eigentlich als Umsatzgarant anerkannte Gartenbereich von der Witterung abhängig ist“, resümiert BHB-Geschäftsführer John W. Herbert. „In diesem Sektor sind die rückläufigen Veränderungen gegenüber dem Vorjahr besonders deutlich. Unsere Erwartungen, die wir noch Anfang des Jahres hegten, wurden leider nicht erfüllt.“
Doch was im traditionell starken Gartenbereich diesmal nicht gelang, wurde von anderen Warengruppen ausgeglichen, die für die Branche als Impulsgeber mit positiver Umsatzkurve wirkten.
So schließt die Branche die ersten sechs Monate 2004 mit einem leichten Plus gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreszeitraum ab. Die deutschen Bau- und Heimwerkermärkte steigerten ihren Umsatz auf bereinigter Fläche noch einmal leicht um 0,6 Prozent und erreichen damit ein Volumen in Höhe von 9,019 Milliarden Euro.
Von den Aktivitäten der Verbraucher profitierten vor allem die Warengruppen Holz und Kunststoffe, Eisenwaren/ Sicherungstechnik sowie die breite Palette der Anstrichmittel inklusive dem zugehörigen Malerbedarf. Zu den Gewinnern zählen Holzböden und Holzverkleidungen. So schätzen denn auch viele Menschen den Werkstoff Holz als besonders vielseitiges Material, das im Innenbereich Wärme und Behaglichkeit verströmt.
Die Umsätze in den Gartenabteilungen der Märkte bleiben dagegen weiter hinter den Erwartungen zurück. Hier machen sich der nur zögerlich in Schwung gekommene Sommer und die lange Zeit anhaltende unfreundliche Witterung deutlich bemerkbar. Über alle Gartensortimente hinweg ist im ersten Halbjahr 2004 ein Umsatzminus von sechs Prozent aufgelaufen. Zu diesem Ergebnis gelangt eine aktuelle Befragung des BHB unter seinen Mitgliedern.
Das Kaufverhalten in den Bau- und Gartenfachmärkten spiegelt das monatlich von der Gesellschaft für Konsumforschung (GfK), Nürnberg, ermittelte Konsum- und Stimmungsklima in Deutschland sehr gut wider. Dieses ist in 2004 geprägt von einem Auf und Ab der Konsumindikatoren. Optimistische Einschätzungen im Hinblick auf die konjunkturelle Entwicklung und die Situation des persönlichen Einkommens werden beständig abgelöst von einem Einbruch des Verbrauchervertrauens.
So haben sich im Juni 2004 alle Indikatoren der Verbraucherstimmung, also Konjunktur- und Einkommenserwartung sowie die Neigung der Verbraucher, größere Anschaffungen zu tätigen, deutlich nach oben bewegt. Die Werte für den Monat Juli 2004 belegen aber bereits wieder, dass ein eindeutiger Stimmungsumschwung noch auf sich warten lässt.
Unsicherheit darüber, wie sich die Steuerreform letztendlich auf den eigenen Geldbeutel auswirken wird sowie steigende Preise bei Kraftstoffen und Heizöl tragen nicht dazu bei, das Verbrauchervertrauen langfristig zu stärken.
Zu den positiven Aussichten für die DIY-Branche zählt dagegen folgendes Ergebnis einer Studie: Befragt, wofür sie in den kommenden Monaten voraussichtlich mehr Geld ausgeben werden als im Vorjahr, nannten fast 20 Prozent der Haushalte den Bereich Renovieren und Heimwerken . An erster Stelle der Positivliste stehen Urlaub und Reisen mit 21,7 Prozent der Nennungen.