Die Umsätze in den deutschen Bau- und Heimwerkermärkten entwickelten sich auch im dritten Quartal 2004 verhalten und erreichen nach Ablauf der ersten neun Monate mit einem Umsatzvolumen von 13,3 Milliarden Euro in etwa Vorjahresniveau. Dies ist das Ergebnis des aktuellen DIY-Panels, welches der Bundesverband Deutscher Heimwerker, Bau- und Gartenfachmärkte (BHB) e.V. gemeinsam mit der GfK, Nürnberg, erhebt.
Für die ersten neun Monate des Kalenderjahres bedeutet dies eine Steigerung von genau einem Prozent. Flächenbereinigt beschließt die Baumarktbranche die ersten drei Quartale mit einem Plus von gerade einmal 0,1 Prozent.
„Der Juli erwies sich als überwiegend kühl und feucht. Auf einen Sommer wie im vergangenen Jahr mussten die Menschen hierzulande diesmal verzichten und die ein oder andere Einschränkung bei ihren Freizeitaktivitäten hinnehmen. Was jedoch die Pflanzen sprießen ließ, war für die grüne Branche weniger erfreulich.
So konnte der Bereich Garten nach enttäuschenden Ergebnissen im ersten Halbjahr zunächst leicht zulegen,“ so kommentiert BHB-Geschäftsführer John W. Herbert die Ergebnisse des DIY-Panels zu Beginn des dritten Quartals. „Auch die Umsatzkurve insgesamt zeigte nach oben, ein positiver Trend, der dann im September ein deutliches Ende gefunden hat.“
Wieder ist es die Warengruppe Garten/Camping/Freizeit, die am stärksten verliert und im Vergleich zum Vorjahr in den Monaten Januar bis September 2004 4,5 Prozentpunkte einbüßt. Ebenfalls rückläufig entwickelten sich die Warengruppen Elektro / Lampen / Leuchten (- 1,2 Prozent) sowie Tapeten / Bodenbeläge / Innendekoration (-1,1 Prozent).
Dagegen finden sich die Sortimente Holz / Kunststoffe nach wie vor deutlich im positiven Bereich wieder. Mit dem Verkauf von Holz- und Kunststoffverkleidungen für den Innenausbau, Holzböden inklusive Zubehör sowie Profilen, Leisten, Latten & Co. erzielten die Märkte einen Umsatz, der sich gegenüber dem Vorjahr um 6,1 Prozent verbessern konnte.
Ähnlich gestaltet sich der Absatz von Anstrichmitteln und Zubehör (+ 4,5 Prozent) sowie Eisenwaren und Sicherungstechnik (+3,6 Prozent).
Alles in allem gelingt es dem Baumarkthandel jedoch kaum, sich von der generellen Entwicklung im deutschen Einzelhandel loszulösen. Auch er bekommt zu spüren, dass die Verbraucher vor jedem Kauf genauer überlegen, ob die Anschaffung zum jetzigen Zeitpunkt notwendig ist oder noch weiter aufgeschoben werden kann.
Eine zunehmende Verunsicherung prägt das Verbraucherverhalten. So rechnet der BHB für die Branche auch für das verbleibende Jahr lediglich mit Umsätzen auf Vorjahresniveau.
Von großer Bedeutung für die DIY-Branche ist das hohe Potenzial des Renovierungsmarktes in Deutschland, das den Bau- und Heimwerkermärkten in den kommenden Jahren gute Umsätze garantieren dürfte.
Bereits im Jahr 2002 beliefen sich die Investitionen an bestehenden Gebäuden und Wohnungen nach Auskunft des Statistischen Bundesamtes auf rund 87 Milliarden Euro.
Rund fünf Millionen Hausbesitzer planen nach Berechnungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in nächster Zeit eine Renovierung oder einen Umbau. Und ein sehr hoher Anteil dieser Renovierungsprojekte wird von den Bewohnern auch selbst durchgeführt. Denn die Berührungsängste vor Stichsäge, Wasserwaage und Fliesenschneider sinken. Selbermachen heißt die Devise – weil’s Spaß macht und das Geld für teure Handwerker eingespart werden kann.
Unter dem Gesichtspunkt einer effizienten Absicherung für das Alter erhalten die Ausgaben für das eigene Zuhause sogar einen ganz besonderen Stellenwert. Denn „die beste Altersvorsorge ist selbstgenutztes Wohneigentum, das auf die Bedürfnisse und Anforderungen seiner Bewohner zugeschnitten ist“, so Manfred Maus, Präsident des BHB.
Do-it-yourself liegt im Trend - bei allen Bevölkerungsschichten. Der klassische Heimwerker ist längst nicht mehr allein. Mit ihm und neben ihm sind viele andere kreativ am Werke und schaffen sich ihre ganz persönliche Wohlfühlumgebung.
Die Medien unterstützen diesen Trend mit einer Vielzahl von Zeitschriftentiteln und Fernsehformaten und vermitteln Anregungen und Tipps für die Gestaltung von Wohnung und Garten.