Aber auch Sonderaktionen und das Bestreben der Unternehmen, die Verkaufspreise niedrig zu halten, stützten über das Jahr verteilt die positive Umsatzentwicklung der Branche. Lediglich im Februar und im Mai verfehlten die Bau- und Heimwerkermärkte die Ergebnisse aus dem Vorjahr deutlich.
Einmal im Monat befragt der BHB seine Mitgliedsunternehmen in der Schweiz zu den aktuellen Trends und Entwicklungslinien und errechnet auf dieser Basis einen Durchschnittswert für die Umsatzentwicklung der Gesamtbranche. Ungünstige Rahmenbedingungen erschwerten im Februar das Geschäft mit Baumarktprodukten und Gartensortimenten. Dabei war es weniger die eingetrübte konjunkturelle Stimmung, die auf den Umsatz drückte, als vielmehr ein raues Winterlüftchen. Bei Kälte und Schnee werden Heimwerkerprojekte nicht selten vertagt. Gartensortimente sind nach wie vor sehr wetterabhängig. Der Mai 2009 musste es dagegen mit einem unglaublich starken Vergleichsmonat aus dem Vorjahr aufnehmen. In den Gartenabteilungen machte sich zudem bemerkbar, dass bereits im Vormonat April überdurchschnittlich hohe Verkaufserlöse erzielt wurden; die wesentliche Ausrüstung für den Start in die Gartensaison hatten sich die Kunden somit bereits gesichert.
Stabile Umsätze in 2010
Die insgesamt guten Ergebnisse aus dem Jahr 2009 machen Hoffnung für das laufende Geschäftsjahr. Trotz unterschiedlicher Prognosen in Bezug auf die Wirtschaftsentwicklung rechnet die Branche mit einem stabilen Umsatz.
Nach Berechnungen der Konjunkturforschungsstelle KOF an der ETH Zürich hat die Schweizer Wirtschaft im Rezessionsjahr 2009 summa summarum 2,9 Prozent Leistung eingebüßt. In diesem Jahr werde das Bruttoinlandsprodukt aber wieder zunehmen. Die Marktexperten sehen das Plus bei 0,6 Prozent. Für den Detailhandel stellen allerdings die zunehmend schwierige Lage auf dem Arbeitsmarkt und eine schleppende Lohnentwicklung eine weitere Belastung dar, denn diese Faktoren dämpfen die Konsumlust der Verbraucher. Bislang zeigte sich der private Konsum als relativ robust. Mit Verschlechterung der Einkommensentwicklung dürfte er dieses Jahr aber an Dynamik verlieren.
Wieder mehr Baugenehmigungen
Für den DIY-Handel sind die Nachrichten aus dem Bausektor von besonderem Interesse. Die steigende Bevölkerungszahl und die schrumpfende Haushaltsgröße sorgen in der Schweiz für einen wachsenden Wohnungsbedarf. Zwischen 2008 und 2014 beträgt die rechnerische Wohnungsbaunachfrage etwa 40.400 Wohnungen pro Jahr. Über das gesamte Jahr 2009 wurden nach Aussage des Bundesamtes für Statistik 39.410 Wohnungen neu erstellt, was einem Minus von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. 63.540 Wohnungen befanden sich im Bau, was wiederum einen Anstieg von über zwölf Prozent im Jahresvergleich bedeutet. In der Schweiz ist übrigens der Anteil der Mehrfamilienhäuser im Wohnbau wesentlich höher als in vielen anderen europäischen Ländern.