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BHB
08.04.2010
Heimwerker auf dem Vormarsch

Gute Nachrichten gehören an den Anfang. Die Umsatzergebnisse für die österreichischen Bau- und Heimwerkermärkte sind so eine gute Nachricht. Im Jahr 2009 erzielte die Branche nach Erhebungen der GfK einen unbereinigten Bruttoumsatz von 1,93 Milliarden Euro und lag damit um 3,3 Prozent über dem Vorjahresniveau.

Die Auswertungen des GfK-Reports ‚Bau- und Heimwerkermärkte Österreich’ zu den einzelnen Warengruppen zeigen, dass nahezu alle Sortimente diesen positiven Trend widerspiegeln. Mit hohen Wachstumsraten können insbesondere die Warengruppen Baustoffe/Bauchemie (+ 7,0 Prozent), Gartenhartware (+ 6,8 Prozent) sowie der Bereich Anstrichmittel und Zubehör (+ 6,1 Prozent) aufwarten. Lediglich bei den restlichen Sortimenten, die so unterschiedliche Warenkategorien umfassen wie Haushaltswaren, Autozubehör, Fahrräder und Zubehör oder das Sortiment Tierpflege inklusive Tiernahrung, bleibt zum Jahresende ein Minus von vier Prozent stehen.

Aktive Heimwerker
Zumindest 2009 hat sich das Angebot der Baumarktbranche als ein krisenfestes Sortiment erwiesen. In den österreichischen Zeitungen wird über den Boom der Nesterlbauer berichtet, der offenkundig zu Tage tritt, denn die Branche entwickelt sich gegenläufig zur Gesamtwirtschaft und den allgemein sinkenden Umsätzen. Die Unternehmen freut es, dass die Heimwerker in den vergangenen Monaten überaus aktiv waren und sich für ihre größeren und kleineren Projekte verstärkt mit Werkzeug und Material eingedeckt haben. Der Wunsch nach Veränderungen im eigenen Zuhause lässt sich schwarz auf weiß in den Bilanzen wiederfinden, die ebenso für die Umsatzentwicklung auf bereinigter Fläche ein stattliches Plus ausweisen: Im Schnitt wurde in den Märkten, die seit mindestens einem Jahr am Netz sind, 3,1 Prozent mehr Umsatz erwirtschaftet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Der Begriff Nesterlbauer bezeichnet das Phänomen, das der Branche derzeit steigende Erlöse beschert, recht gut. Der Baumarkthandel stemmt sich erfolgreich gegen die Wirtschaftskrise und die Verunsicherung der Verbraucher, da er ein Bedürfnis bedienen kann, das momentan besonders stark ausgeprägt ist. Mit dem Rückzug in die eigenen vier Wände, der sich in Krisenzeiten besonders deutlich beobachten lässt, erhöht sich der Wunsch nach einem gemütlichen Zuhause, dem man damit auch mehr Zeit widmet, um Wohnung und Garten zu verschönern.

Ein Wermutstropfen bleibt das Thema Kundenzufriedenheit. Von den elf im Kundenmonitor Österreich untersuchten Branchen bleibt den Bau- und Heimwerkermärkten mit einem Mittelwert von 2,53 ein vorletzter Platz. Weniger zufrieden zeigten sich die Kunden insbesondere mit der Freundlichkeit des Personals und der Qualität der fachlichen Beratung.

Einzelhandel kann durchatmen
Mit einem realen Umsatzminus von 0,3 Prozent hat sich der österreichische Einzelhandel insgesamt vergleichsweise gut behauptet. Nun hängt es davon ab, wie schnell die negativen Auswirkungen der Krise überwunden werden können. Im vergangenen Jahr hat die Rezession immer mehr Menschen in die Erwerbslosigkeit getrieben. Im Dezember 2009 suchten bereits über 380 000 Menschen in Österreich einen neuen Arbeitsplatz, was einer Quote von 8,6 Prozent entspricht. Noch ist keine Trendwende zu erkennen, denn im Januar wurde bereits die 400.000er Marke überschritten. Doch offensichtlich beurteilen die Österreicher selbst diese Entwicklung als nicht so dramatisch. Die Krisenwahrnehmung hat sich in den letzten sechs Monaten nach Aussage der GfK Austria deutlich verbessert. Markant zugenommen habe seit letztem Jahr die Zahl derer, die finden, dass die Wirtschaftskrise weniger schlimm ausgefallen sei, als befürchtet. Sie stieg laut GfK Austria von 38 Prozent auf 59 Prozent. Dies erkläre auch, warum trotz hoher Arbeitslosigkeit der private Konsum in Österreich stabil geblieben sei.





Weitere Infos:
Stefan Michell

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