Eine Lösung für alle
Stephan Tromp, stellv. Hauptgeschäftsführer des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels e.V., sieht in dem System eine klare Win-Win-Situation für alle Beteiligten: „Sowohl Lieferanten als auch ihre Partner aus dem Handel können sich mit einer Übernahme dieser gemeinsam entwickelten Lösung das Leben erheblich erleichtern“. Daher zeigt der deutsche Non-Food-Sektor nachhaltiges Interesse daran, die Datenplattform zu nutzen, um den Anforderungen aus der REACH-Verordnung nachzukommen.
Das Informations- und Stoffverwaltungssystem ist offen für Handel und Industrie. Da die Händler und Hersteller europaweit gleichermaßen von REACH betroffen sind und über die gesamte Lieferkette hinweg über alle wesentlichen Informationen in Bezug auf chemische Substanzen in Produkten verfügen müssen, drängt sich eine internationale Zusammenarbeit geradezu auf.
Ein Portal für ganz Europa
Frank Michel, Geschäftsführer des Bundesverbandes Deutscher Heimwerker-, Bau- und Gartenfachmärkte e.V. (BHB) ist von der Poollösung überzeugt: „Die Händler müssen auf lediglich eine Plattform zugreifen, um alle Informationen abzurufen, die sie zur Chemical Compliance benötigen. Die Lieferanten wiederum verwalten diese Informationen an einer zentralen Stelle, ohne vertrauliche Informationen preiszugeben. Der Aufwand und die Kosten für den einzelnen werden damit so weit wie möglich reduziert.“
Je mehr Händler und Hersteller sich beteiligen, desto wirkungsvoller wird das Instrument. Dem stimmt auch Holger Stappen, Hauptabteilungsleiter Qualitätssicherung Non-Food bei der METRO Group, vorbehaltlos zu: „Es gibt noch sehr viele Firmen in China, die bisher mit REACH nichts anfangen können. Wenn nun ein einzelnes Handelsunternehmen von einem chinesischen Lieferanten eine Stoffdatenbewertung fordert, könnte bei den Herstellern der Eindruck entstehen, dass es sich um eine etwas eigenwillige Idee handle. Ganz anders wird das Ergebnis ausfallen, wenn sich die Händler zusammenschließen und alle auf die gleiche Weise die Informationen einfordern. Dann haben wir eine reelle Chance, die Daten auch tatsächlich zu erhalten.“
Die initiierenden Verbände und bisher beteiligten Unternehmen verstehen das Projekt nicht nur als branchen-, sondern auch als länderübergreifende Initiative. John W. Herbert wirbt als General Secretary der EDRA (European DIY Retail Association) innerhalb des europäischen Baumarktverbandes für eine rege Teilnahme. Auch der zentralen Interessenvertretung des Handels in Brüssel, Eurocommerce, wurde das Projekt und sein enormes Potenzial vorgestellt. Außerhalb Deutschlands hat sich bereits der französische Handelsverband die Plattform präsentieren lassen.
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